Netto-Null: globaler Klimaschutz dank Ressourceneffizienz

Klimaneutralität bis 2050 – das einst abstrakte Netto-Null-Ziel wird immer greifbarer: Die richtungsweisende Klimastrategie hat der Bundesrat im Januar 2021 veröffentlicht. Detailliert zeigt er auf, wie die Schweiz ihren Beitrag dazu leisten kann, die globale Erderwärmung auf unter 2°C zu begrenzen. Am 13. Juni 2021 folgt mit der Abstimmung über die Totalrevision des CO2-Gesetzes der nächste Schritt. Eine griffige CO2-Lenkungsabgabe auf fossile Brennstoffe und die Schaffung eines Klimafonds zur Finanzierung der Klimamassnahmen sind nur zwei der zahlreichen Neuerungen.

Zwei Drittel der Umweltbelastung im Ausland

Läuft alles nach Fahrplan, so ist die Schweiz spätestens in 30 Jahren klimaneutral – gemäss der offiziellen Methodik zur Berechnung der Treibhausgasemissionen. Diese beruht auf dem sogenannten Territorialprinzip. Das heisst, es werden ausschliesslich inländische Treibhausgasemissionen berücksichtigt. Sämtliche Emissionen entlang von ausländischen Lieferketten etwa oder internationale Flugemissionen werden der Schweiz nicht angerechnet. Verwendet man die Konsum-Endnachfrage als Berechnungsbasis, so fallen aktuell rund zwei Drittel der Umweltbelastung im Ausland an. Somit reicht die Erreichung des Netto-Null-Ziels 2050 in der Schweiz nicht aus, um die negativen klimatischen Auswirkungen des Schweizer Konsums zu verhindern.

Grenzen des Territorialprinzips

Der Bundesrat hat die Problematik des Territorialprinzips erkannt und schreibt deshalb in seiner Klimastrategie: " [...] ressourceneffiziente Produktionsverfahren, nachhaltige Lieferketten und Ansätze aus der Kreislaufwirtschaft können massgeblich dazu beitragen, die Umweltbelastung im Ausland zu senken." Deshalb ist nicht nur die Annahme des CO2-Gesetztes notwendig, sondern auch die Verbesserung der Ressourceneffizienz und die Schliessung von Materialkreisläufen. Exakt diese umfassenden Ziele und Massnahmen sind das Herzstück von Reffnet.ch: Der Verein nutzt den Hebel in der Schweiz, um die negativen Umweltauswirkungen global zu verringern. Zusätzlich zum territorial begrenzten Netto-Null-Ziel 2050 trägt Reffnet.ch einen gesamtheitlichen, nachhaltigen und effizienten Klimaschutz bei. 

Gesamtheitlicher Klimaschutz am Beispiel des Maschinenbaus

Die Maschinenbau-Branche in der Schweiz verursacht gemäss dem Umweltatlas Lieferketten jährlich rund 10 Millionen Tonnten CO2-eq. Die Branche ist in der Schweiz jedoch nur für 4% der Emissionen direkt verantwortlich. Viel bedeutsamer sind die direkten Zulieferer (10%), deren vorgelagerte Zuliefe-rer (68%) sowie die Rohstoffgewinnung (18%). Insbesondere die letzten beiden Kategorien befinden sich, mit wenigen Ausnahmen, im Ausland. Um ein umweltverträgliches Niveau von rund 2.5 Millionen Tonnen CO2-eq pro Jahr zu erreichen (-76%), muss zwingend die gesamte, internationale Wertschöp-fungskette optimiert werden – beispielsweise durch eine Erhöhung der Materialeffizienz oder durch die Nutzung von Sekundärressourcen.

 

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Quellen

Bundesrat (2021): Langfristige Klimastrategie der Schweiz. Bern.

Alig Martina / Frischknecht Rolf / Nathani Carsten / Hellmüller Pino / Stolz Philippe (2020): Umweltatlas Lieferketten Schweiz. Treeze Ltd. & Rütter Soceco. Uster & Rüschlikon.