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BaselCircular

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Kreislaufwirtschaft

Ein perfekter «Match»

27. 10. 2026

BaselCircular und Reffnet unterstützen gemeinsam Unternehmen in der Region Basel auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Carole Tornay, Geschäftsleiterin von BaselCircular, spricht über die bisherigen Erfahrungen und weshalb es sich lohnt, jetzt aktiv zu werden.

Carole Tornay, Geschäftsleiterin von BaselCircular. Fotograf: Marcel Mende

Reffnet: Was ist BaselCircular und welche Ziele verfolgt der Verein?

Carole Tornay: Der Verein BaselCircular unterstützt Unternehmen und Start-ups in der Region Basel auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft. Wir wollen sie dafür sensibilisieren, konkrete Umsetzungsmöglichkeiten aufzeigen und sie bei der Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle begleiten. Dabei arbeiten wir mit Partnerorganisationen zusammen. Unser Credo ist, möglichst wenig allein und möglichst viel gemeinsam mit anderen zu machen.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Reffnet entstanden und weshalb passen die beiden Organisationen gut zusammen?

Wir waren auf der Suche nach einem geeigneten Beratungsangebot, mit dem wir Unternehmen beim Übergang zur Kreislaufwirtschaft konkret unterstützen können. Für uns ist die Zusammenarbeit mit Reffnet ein «Perfect Match». Wir verfolgen die gleichen Ziele, sprechen dieselben Zielgruppen an und teilen die gleichen Werte. Reffnet bringt als etablierte Organisation langjährige Erfahrung in Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft mit. Besonders überzeugt haben uns der klar definierte Beratungsprozess, die Akkreditierung der Beratungspersonen, die Qualitätssicherung sowie das Monitoring und die Wirkungsmessung. Das ist ein Gesamtpaket, das genau unseren Bedürfnissen entspricht.

Wie viele Unternehmen nutzen das Beratungsangebot in Basel bisher?

Wir haben Anfang März 2026 die von BaselCircular finanzierten Reffnet-Beratungen lanciert. Mittlerweile laufen 15 Beratungen, die unterschiedlich weit fortgeschritten sind. Weitere Unternehmen stehen in der Pipeline. Wir sind sehr zufrieden. Am Anfang haben wir gemeinsam mit dem Gewerbeverband Basel-Stadt viel Kommunikationsarbeit geleistet. Inzwischen zieht die Nachfrage deutlich an, auch dank der zusätzlichen Beratungspersonen, die diesen Sommer neu akkreditiert wurden. Wir stellen fest, dass die Unternehmen zunehmend die Bedeutung von Kreislaufwirtschaft erkennen. Wir haben schon viele positive Rückmeldungen erhalten, das freut uns.

Welche Unternehmen und Branchen sind vertreten?

Die Bandbreite ist erfreulich gross. Sie reicht von Metzgereien und Gastronomiebetrieben über die Textil- und Baubranche bis zu Life-Science-Unternehmen. Gemeinsam mit dem Gewerbeverband Basel-Stadt und Branchenverbänden organisieren wir zudem diverse Veranstaltungen, um weitere Unternehmen auf das Angebot aufmerksam zu machen.

Wie weit sind die Basler Unternehmen bei der Kreislaufwirtschaft?

Gemäss dem Statusbericht der Schweizer Kreislaufwirtschaft liegt Basel-Stadt etwa im Schweizer Durchschnitt. Zu erwähnen ist, dass Basel-Stadt das Netto-Null-Ziel 2037 in der Kantonsverfassung verankert hat
und darauf zahlen auch Ressourceneffizienzmassnahmen substantiell ein. Das Thema ist bei den Unternehmen strategisch angekommen, doch bei der Umsetzung hapert es oft noch. Genau hier setzt die Reffnet-Beratung an. Eine Befragung des Gewerbeverbands Basel-Stadt zeigt, dass vielen Unternehmen die personellen und finanziellen Ressourcen fehlen. Preisdruck und Fachkräftemangel erschweren es, sich mit längerfristigen Themen wie der Kreislaufwirtschaft zu befassen.

Gibt es bereits Beispiele, die zeigen, was sich mit einer Reffnet-Beratung erreichen lässt?

Über konkrete Ergebnisse unserer laufenden Beratungen können wir noch nicht berichten. Ein Beispiel aus der Region Basel, das mich beeindruckt hat, ist aber die Rent.Group, die Möbel vermietet. Im Rahmen einer früheren Reffnet-Beratung hat das Unternehmen verschiedene Prozesse optimiert und beispielsweise einen neuen Transportwagen und ein neues Stapelsystem entwickelt. Dadurch konnte das Transportvolumen für Stühle um 55 Prozent reduziert werden. Gleichzeitig liess sich die Lebensdauer der Stühle um das Dreifache verlängern. Das zeigt, wie sich mit überschaubarem Aufwand sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Verbesserungen erreichen lassen.

Video zum Fallbeispiel Rent.Group
(Link auf Youtube).

Wie sehen Sie die Zukunft der Kreislaufwirtschaft? Was raten Sie Unternehmen?

Auch wenn Nachhaltigkeit allgemein angesichts der aktuellen Weltlage teilweise nicht zuoberst auf der Prioritätenliste steht, gewinnt die Kreislaufwirtschaft weiter an Bedeutung. Rohstoffverfügbarkeit, sichere Lieferketten, veränderte Kund:innenbedürfnisse und neue regulatorische Anforderungen sind wichtige wirtschaftliche Faktoren. Viele Unternehmen unterschätzen diese Entwicklung noch. Mein Rat: Einfach den ersten Schritt machen. Es muss nicht von Anfang an alles perfekt sein. Oft werde ich auch nach den Kosten gefragt. Meine Gegenfrage lautet dann: «Was kostet es, wenn man nichts macht?» Langfristig dürfte das Nichthandeln deutlich teurer werden.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage: Warum engagieren Sie sich für Kreislaufwirtschaft und wie setzen Sie das Thema privat um?

Ich arbeite seit rund 17 Jahren im Nachhaltigkeitsbereich, mit Schwerpunkten insbesondere im Klimaschutz und der Kreislaufwirtschaft. Mir ist wichtig, mit meiner Arbeit etwas Positives zu bewirken. Nach meinem Studium an der Universität Basel habe ich mich in Umweltmanagement sowie Kreislaufwirtschaft und Innovation weitergebildet. Auch privat versuche ich, möglichst ressourcenschonend zu leben. Beispielsweise kaufe ich für meine Kinder sehr oft Kleider aus zweiter Hand.

© Kanton Basel-Stadt, www.bs.ch/bilddatenbank

Über BaselCircular

BaselCircular wurde 2024 vom Kanton Basel-Stadt und der Eckenstein-Geigy Stiftung gegründet. Der Verein fördert die Kreislaufwirtschaft in der Region Basel, vernetzt Unternehmen, Start-ups und Fachorganisationen und unterstützt die Entwicklung zirkulärer Geschäftsmodelle. Die beiden Träger stellen in der ersten vierjährigen Programmphase gemeinsam acht Millionen Franken bereit.

Weitere Informationen: www.baselcircular.ch