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Muri bei Bern: Erhalten statt ersetzen
02.06.2026 (aktualisierter Beitrag vom 26.03.2024)
Teilen, wiederverwenden, erneuern oder reparieren – Kreislaufwirtschaft hat viele Gesichter. Die Berner Gemeinde Muri bei Bern hat mit einer Reffnet-Beratung Massnahmen im Sinne der Kreislaufwirtschaft definiert.

Muri gehörte mit Ittigen zu den beiden Pilotgemeinden, die auf Initiative des Schweizerischen Gemeindeverbands 2021 eine Reffnet-Beratung in den Bereichen Ressourceneffizienz und Kreislaufwirtschaft erhielten. Diese Potenzialanalyse, die der Reffnet-Experte Philipp Rufer gemeinsam mit den Verantwortlichen der Gemeinde erarbeitete, lieferte Muri bei Bern wertvolle Inputs für zirkuläre Ansätze.
«In diesem kompakten Beratungsprozess durften wir unter anderem von Philipp Rufers Kontakten zu Projektleitenden grosser SBB-Infrastrukturprojekte profitieren. Zirkuläre Prozesse schonen nicht nur Ressourcen, sondern auch das Gemeindebudget.»
Benedict Wyss-Käppeli, Fachbereichsleiter Energie in Muri bei Bern
Die Devise lautet: «erhalten»
In der Beratung ergaben sich aus den identifizierten Lösungsideen drei Massnahmen für die Aufbereitung und Messung der Umweltwirkung:
- Sanierung öffentliche Beleuchtung: Von über 1000 Kandelabern lassen sich 90 % wiederverwenden und lediglich 10 % mussten ganz ersetzt werden. Bis 2028 werden alle Lichtpunkte auf LED mit Bewegungsmeldern umgerüstet. Die Strassenbeleuchtung leuchtet künftig nur dann in voller Stärke, wenn sie tatsächlich benötigt wird. Dadurch sinkt der Stromverbrauch um bis zu 90 %. Eine warmweisse Lichtfarbe verringert ausserdem die Lichtverschmutzung der Umgebung.
- Zirkularität am Bau bei Gemeindeprojekten: Die Verwendung von Recycling-Asphalt im Tiefbau wird heute standardmässig umgesetzt. Ausserdem wurde eine Teststrecke mit wiederverwendeten Strassenrandsteinen realisiert.
- Erhaltung von Gebäudeinventar: Mobiliar wird, wenn immer möglich, nicht ersetzt, sondern repariert, aufbereitet und erneut genutzt. Diese Massnahme wurde beispielsweise bei der Sanierung des Gemeindehauses umgesetzt.
Wirkung
| Massnahme | UBP-Reduktion | CO2eq-Reduktion | Kosteneinsparung |
|---|---|---|---|
| Umrüstung der öffentlichen Strassenbeleuchtung (Wiederverwendung Kandelaber, LED, Bewegungssensoren, Anpassung Ausleuchtung) | 110 Mio. pro Jahr | 56 Tonnen pro Jahr | CHF 290’000 durch Sanierung statt Ersatz von 320 Kandelabern |
Kurzporträt Muri-Gümligen
Die beiden Ortsteile Muri und Gümligen beherbergen rund 13’100 Einwohner und Einwohnerinnen und etwas weniger als 10’000 Arbeitsplätze. Lockere Siedlungsstrukturen, Grüngürtel, verschiedene attraktive Naherholungsgebiete aber auch zahlreiche Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe prägen das Ortsbild der 7,7 km2 grossen Gemeinde südöstlich der Stadt Bern.